„Mama, bitte lern Deutsch“ – Ein Buch, das zum Nachdenken anregt | Bildung, Migration & Ausgrenzung
Shownotes
In dieser Folge sprechen wir über:
- Das Buch „Mama, bitte lern Deutsch“ von Tahsim Dülgun
- Antirassismus und Ausgrenzung im Schulalltag
- Kinder aus geflüchteten Familien und ihre Chancen im Bildungssystem
- Interkulturelle Kompetenzen und Mehrsprachigkeit
- Identität, Zugehörigkeit und gesellschaftliche Verantwortung
🎵 Die in dieser Folge verwendeten Songs wurden mithilfe künstlicher Intelligenz erstellt. Bei Interesse an den Songs schreibt mir gerne direkt.
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Transkript anzeigen
00:00:02: Hey und herzlich willkommen bei Cheese Worlds!
00:00:04: Ich bin Jemesa.
00:00:06: Und hier geht es um spannende Themen, die uns alle beschäftigen vor Muttersahlen das oft chaotisch
00:00:11: aber wunderschön ist
00:00:13: bis hin zu den großen Fragen über Migration, Integration und Identität.
00:00:19: Die drei großen Is sind dabei mein Fokus.
00:00:22: Integration, Inspiration und alles
00:00:26: über Gott und die Welt.
00:00:28: Hier gibt es ehrliche Gespräche, jede Menge Austausch und Einblicke in eine Welt voller Vielfalt.
00:00:35: Unterhaltsam direkt und voller Herz!
00:00:39: Schön dass du dabei bist.
00:00:44: Herzlich
00:00:45: Willkommen zu Cheers Worlds.
00:00:49: Ich bin gespannt, ich freue mich schon sehr.
00:00:52: Du bist hier
00:00:53: weil ich dich eingeladen habe.
00:00:55: wir werden eben ein sehr spannendes Thema sprechen beziehungsweise
00:01:01: über
00:01:02: viele Themen, was ja so mit meinem Programmformat so zu tun hat.
00:01:07: Du weißt ja Integration, Migration
00:01:11: und Adhikatsung usw.
00:01:14: Und so eine Lieblingsthebe auf jeden Fall.
00:01:17: Du bist Grundschullehramt Studentin, naßt schon dem Ende deines Studiums zu
00:01:25: sodass du
00:01:26: auch sehr viel Erfahrung sammeln.
00:01:29: Du bist nicht nur in der Schule aktiv, sondern auch in der Uni
00:01:35: ziemlich aktiv.
00:01:36: Also da
00:01:36: kann ich schon sagen irgendwie du wirst schon jetzt auch zu die Experten für was so Themen wie Antirassismus angehen und da setzt sich auch sehr ein, sagst du noch dich ganz
00:01:49: kurz vorstellen vielleicht auch für unsere
00:01:51: Zuhörer, die dich nicht kennen?
00:01:55: Ja, sehr gerne!
00:01:57: Wie du schon bereits erwähnt hast, ich bin Lehramtstudentin.
00:02:00: Ich studiere auch die Fächer Deutsch und Englisch.
00:02:03: also ich bin sehr auf Sprachen unterwegs und habe auch wie du schon gesagt hast an der Uni haben wir eine Initiative die auch gegen Antidiskriminierung und Rassismus steht.
00:02:18: Wir sind quasi die erste Anlaufstelle von Studierenden für Studierende, falls sie Diskriminierung oder Rassismus erfahren haben.
00:02:26: wie ich auf diese Initiative entdeckt habe war es auch ein ganz kleiner Zufall.
00:02:32: eine Freundin hat mir gesagt hey hättest du dann vielleicht Lust an dieser Initiative teilzunehmen?
00:02:38: Und ich war ja so.
00:02:41: Also von Rassismus, Diskriminierung bin ich eigentlich nicht so getroffen.
00:02:45: Aber... Ich spät mich mal wenn es so der Fall ist und tatsächlich habe ich dann die Diskriminierungserfahrung an der Hochschule gemacht.
00:02:53: das war auch meine erste Diskriminationserfahrungen mit einer Dozierenden zusammen Und bei ihr hab' ich auch direkt quasi den Vorwurf bekommen bei meiner Arbeit dass ich einige grammatikalische Fehler hatte.
00:03:09: aber Die hat sie dann auch leider als sprachliche Baustelle bezahlt.
00:03:15: mir auch vorgeworfen bzw.
00:03:17: mich gefragt, ja sie studieren ja Deutsch?
00:03:21: Warum denn Deutsch?
00:03:22: Sie haben ja eher so ihre Muttersprache ist doch gar nicht mal Deutsch wie Kotzel drauf.
00:03:26: und da wollte ich ihr dann eigentlich ins Gesicht schlagen und wollte sagen ey du bist ja auch keine Amerikanerin oder Briten dass du jetzt Englisch-Duzentin bist.
00:03:36: aber da habe ich schon meine erste Diskriminierungserfahrung gemacht und habe auch schon direkt den Aspekt Sprache aufgegriffen und habe gesagt, Sprache ist hier Macht auf jeden Fall.
00:03:49: Und Sprache entscheidet auch über die Missutelhörigkeit.
00:03:53: Und genau seitdem bin ich viel aktiver geworden weil ich auch sehr stark in der Schule auch Diskriminierung zwischen Lehrkräfte und Schüler mitbekommen habe.
00:04:04: Und das Thema ist immer aktuell es bleibt immer ein Alltagsthema.
00:04:12: Man muss auch sagen natürlich, dass Rassismus nicht immer aktiv ist.
00:04:16: Sondern es wird auch passiv ausgeübt von Menschen.
00:04:21: Okay!
00:04:21: Darf ich jetzt ganz kurz fragen?
00:04:24: Wir kommen gleich auf unser Thema.
00:04:26: Es gibt aktive Rassismus und es gibt Passiven-Rassismus.
00:04:31: Genau!
00:04:33: Noch mal das zu verstehen... Manchmal zu verdeutlichen, man kann bewusst drastisch agieren oder man kann es auch unbewusst machen.
00:04:42: Unbewusst bedeutet hier zum Beispiel dass ich direkt Also ein aktiver Rassismus wäre ja, indem ich direkt negative Aussagen treffe und einen unbewusster Rassismus wäre.
00:04:56: dann hier in diesem Fall zum Beispiel auch was die Bildung angeht.
00:05:00: Dass sich direkt also das man direkt ich sag mal Kinder mit ausländischen Namen direkt in Förderklassen unterstützt weil man weiß, okay diese Kinder haben alle Probleme mit der Sprache.
00:05:13: Deswegen bin ich mir auch sicher dass sie einen Förderunterricht brauchen und das ist quasi diese unbewussten Styrotype die es schon im System verankert sind.
00:05:24: Genau also man hat
00:05:26: schon bevor
00:05:28: man mit der Vorlesung oder bevor man dem Unterricht beginnt, hat man da gewisse Schubladen
00:05:35: im Kopf
00:05:37: Und ja, das passiert so automatisch.
00:05:40: Genau!
00:05:41: Das ist sehr leider verankert und... Uns werden diese Stereotype auch schon an der Hochschule, ich sag mal unbewusst gelährt.
00:05:54: Indem man zum Beispiel sagt... Also man hat früher sehr oft in Unterrichtsentwürfen erstmal die Lage in der Klasse beschrieben.
00:06:01: also es gibt so umso viele Mädchen und so viel Jungen Und dann musste man noch schreiben wie viele Kinder einen Migrationshältergrund haben.
00:06:10: Ach, tatsächlich.
00:06:11: Und immer
00:06:11: noch... Ist heutzutage nicht mehr?
00:06:13: Weil wir die Haare... Also man sieht das endlich ein, dass der Migrationshintergrund einen sehr stigmatisierender Begriff ist und deswegen sollte man diese Kinder nicht mehr diesbezüglich einfach zu Tieren sage ich mal so Genau
00:06:28: Ja und vor allem jetzt auch in der aktuellen Debatte.
00:06:32: oder Deutschland Ja also Deutschland als Einwanderungsland wo
00:06:38: schon
00:06:39: auch schon vor Zwei-Tausendfünfzehn gab es keine Flüchtlingskrise, aber da gab es die Einwanderungskrise mit den
00:06:49: Gastarbeitern.
00:06:50: Ja, konzentrisch!
00:06:52: Mit den weiteren Menschen, die eine
00:06:57: andere Herkunft tatsächlich sind
00:07:02: und sich jetzt heutzutage immer
00:07:05: noch Begrifflichkeiten
00:07:08: auseinandersetzen zu müssen.
00:07:10: Wie
00:07:12: sagt man noch Ausländer?
00:07:15: oder sollte man statt Migrationshintergrund, Migrationsbiografie
00:07:21: nennen?
00:07:23: Dass wir allein schon immer noch diese Themen diskutieren müssen ist eine andere Liga aber die machen wir gerne und die mache ich jetzt auch in meinem Format sehr gerne weil ich auch selbst
00:07:36: gemerkt
00:07:36: habe, es gibt noch sehr viel zu tun.
00:07:41: Das bedeutet nicht schon lange dass wir als Deutschland wie
00:07:46: England
00:07:46: sind.
00:07:47: Es ist schon wieder so ein Wow-Effekt mich mit Hijab in einem Rathaus sitzen zu sehen die als Beauftragte da arbeiten darf und Da ist
00:08:03: keine Putzkraft
00:08:04: dort, sondern sie
00:08:04: ist da
00:08:06: eingestellte Mitarbeiterin.
00:08:08: Und da haben wir noch leider unsere Höhlen und ich finde das ganz interessant.
00:08:14: Vor allem was du auch meintest vorhin Sprache.
00:08:18: Ich habe ein Buch gelesen, d.h.
00:08:20: die Sprache ist sein oder stimmt
00:08:24: voll?
00:08:25: Also das ist falsch.
00:08:26: Kann ich sagen,
00:08:28: was du
00:08:29: isst bist du
00:08:29: oder so?
00:08:30: Sondern was du sprichst macht dich halt aus!
00:08:33: Genau das gehört zu deiner Identität.
00:08:36: Das ist auch sehr spannend weil es gibt ja auch eine Studie meines Wissens wie schnell ein Mensch eine Meinung über deine also durch deinen Erscheinungsbild direkt ich sag mal machen kann.
00:08:51: Und da war die Angabe, also mit einer zeitlichen Angabe von wenn ich mich nicht irre, waren es so fünf bis sechs Sekunden.
00:08:58: Also das heißt... Ich schaue dich an und ich kann schon innerhalb von einigen Sekunden direkt meine erste Meinung über dich bilden.
00:09:07: Danach lerne ich dich kennen und dann kommt der zweite Ausblick die Sprache.
00:09:13: Sagen wir mal du triffst mich jetzt auf der Straße?
00:09:19: Und du sagst okay, die sieht ganz nett aus und dann lernst du mich kennen.
00:09:24: Ich rede jetzt mit ihm gar ins kaputten Deutsch und dann kannst du mich schon direkt als ein Ausländer abstellen können.
00:09:30: Dann ändern sich diese Kategorien direkt am Mind.
00:09:35: Wie ist das bei dir im Alltag?
00:09:36: Warst du an einigen Klassen
00:09:39: unterwegs?
00:09:40: Wie ist es da?
00:09:42: Ich bin keine Lehrerin aber ich bekomme das vor allem bei Kindern... also bei Kindern von geflüchteten Eltern, die in ein System hineinversetzt werden wo sie davor eigentlich gar nicht vorbereitet wurden oder nicht konnten
00:10:01: vorbereitet
00:10:02: zu werden.
00:10:04: Wie ist das?
00:10:05: Gibt es da
00:10:06: einen Gespür oder
00:10:12: wie sieht deren Zukunft
00:10:14: aus?
00:10:14: Also wie kann man sich aus deren Seite einsetzen?
00:10:20: und Da haben wir ja auch das interessante Buch heute,
00:10:25: wo wir
00:10:27: uns im Detail auch sprechen werden.
00:10:30: Und der Autor hat ja auch so eine ähnliche Geschichte hinter sich.
00:10:37: Er ist Kind einer
00:10:39: Flüchtlingsfamilie.
00:10:43: vielleicht kurz zu deinem ersten Punkt.
00:10:45: Ich bin ja in der Grundschule, das heißt ich erlebe die Kinder also ich begleite die Kinder schon von ihrer Entwicklung bei ihrem Wachstum für die Zukunft.
00:10:54: und natürlich habe ich sehr oft Fälle gehabt dass ich eben sage mal vier Kinder migrationsgelesene Kinder in der Klasse
00:11:06: hatte
00:11:07: die zum Beispiel überhaupt kein Deutsch konnten, das war zum Beispiel in der ersten Klasse der Fall oder in der zweiten Klasse.
00:11:15: Ich gebe mal ein Beispiel für eine zweite Klasse und da war ich auch tatsächlich immer dabei dass das Kind eine, ich sag mal es lebte so in zwei verschiedenen Welten also dass das kind... Es musste sich erstmal mit der Sprache auseinandersetzen in der Schule, es musste die Sprache erlernen und falls es dann mal zu einem Elternabend gekommen ist Siehe da, das Kind war auch dabei mit der Mutter zum Beispiel zusammen.
00:11:42: Und da ist es halt... ich sag mal die Situation so stark dass das Kind selber mit seinem kaputten Deutsch versucht.
00:11:52: Der Mutter ist zu Däumischen und das haben wir ja auch hier im Taxis Buch sehr stark rauslesen können.
00:12:01: Ich glaube das war Ja, öfters durfte er auch an Elternabende seine Eltern begleiten beziehungsweise mit seiner Mama hin
00:12:11: und den Übersetzer spielen.
00:12:13: Aber wie es glaube ich bei ihm allgemein in Deutschland angefangen hat mit dem Übersetzen, durfte Er glaube ich in der Ausländerbehörde
00:12:21: anfangen.
00:12:23: Dieses
00:12:24: Thema was Flüchtlingskinder angeht darüber glaube ich oder bezweifle ich dass man diese themischen Angelegenheiten sehr, sehr gering angeht.
00:12:36: Deshalb möchte ich das hier auch, dass wir über die Kinder mal sprechen.
00:12:42: Man nimmt ja immer an, dass Bildung und Schule ein neutraler Raum wäre aber es sieht tatsächlich nicht so.
00:12:48: In der Realität ist jetzt ganz anders aus.
00:12:50: also im Studium in der Pädagogik wird immer wieder gelehrt man muss alle Kinder gleich behandeln abgesehen von ihrer Herkunft abgesen von ihre Sprache.
00:13:02: Man geht eigentlich schon, also diese Stereotype existieren schon im System.
00:13:07: Dass man da einfach anders angeht.
00:13:09: Also das bedeutet dass eben den Kindern diesen Kindern weniger Chancen angeboten werden als zum Beispiel Kinder die hier geboren und aufgelachsen sind um die Sprache besser beherrschen können.
00:13:23: Okay darf ich kurz einwenden?
00:13:25: Und dieses typische die typische Aussage von mir rauswerfen und sagen, hey warum?
00:13:32: Die bekommen doch so viele Leistungen.
00:13:36: Ach!
00:13:36: Auch jetzt hier in dem Buch, ne?
00:13:39: Die Aussage so deine Mutter oder deine Eltern bekommt noch so viel Kindergeld.
00:13:44: Leid ihr was davon
00:13:45: aus?
00:13:45: Bekommt
00:13:46: dieses Bild vor Augen dass diese Menschen das es denen materiell eigentlich ganz gut geht bezüglich... den Hilfeleistungen?
00:14:00: und
00:14:02: warum sagst du jetzt,
00:14:03: dass
00:14:04: diese Kinder sowieso ganz von null oder sogar im Minusbereich anfangen?
00:14:11: Na das hat was mit dem System zu tun.
00:14:13: Weil ja du hast schon gesagt man nimmt an, dass die finanziellen Ressourcen schon gegeben sind aber es hängt ja davon ab wer ist dann hier die Lehrperson?
00:14:23: wie handelt dann überhaupt die Lehrperson zum Beispiel jetzt in einem Nachhilfeunterricht oder in einem Förderunterricht, weil die Schulen geben sich ja jedes Mal so, ich sag mal präsent das sie so und so viele VKL-Kinder haben.
00:14:38: Es werden Förderunterrichter angeboten.
00:14:41: aber ist es die weitere Frage wie viel Mühe gibt sich denn die Lehrerpersonen in diesem Unterricht?
00:14:47: Beziehungsweise ist es der Lehrperson dann überhaupt wichtig diese Kinder zu fördern für diese Kinder eine gute Zukunft aufzubauen.
00:14:55: Und leider habe ich sehr oft die Erfahrung gemacht, dass es nicht erfallbar war.
00:15:02: Man lässt die Kinder meistens alleine arbeiten und wenn sie sagen okay das Kind versteht die Sprache gerade sowieso nicht dann lassen wir's halt eben dann lasse mir eben die Klasse wiederholen was ist schon dran?
00:15:15: Aber kann das auch nicht daran liegen, dass die Lehrkraft auch nicht für diese spezielle Zielgruppe ausgebildet ist?
00:15:24: Nein.
00:15:26: Ich sag mal so, an unserer Hochschule gibt es den Studienprofil Deutsch als Zweitsprache wo man sich weiter mögen kann.
00:15:37: aber ist das kein Pflichtmodul?
00:15:39: Ist das ein Erweiterungsfach?
00:15:40: Das bedeutet es liegt allein in deiner Hand ob du dich da gerne ausmögen möchtest oder nicht?
00:15:45: Ah okay also.
00:15:46: das bedeutet aber nicht dass dann in den jeglichen Schulen die VKL-Glasen anbieten dass da nur Lehrer sozusagen unterrichten dürfen, die so ein Modul besucht haben?
00:16:01: Nein.
00:16:02: Ganz und gar nicht!
00:16:03: Weil es jetzt gerade sowieso einen großen Lehrkraft, also Lehrkraft-Bangl gibt, bedeutet dies einfach für die Schule Hauptsache wie füllen jetzt irgendwie die Förder auslassen mit irgendwelchen Lehrpersonen, die einfach da sitzen und halt die Minuten fülle.
00:16:20: Ja...
00:16:21: Und das haben wir auch sehr cool, ich sag mal sehr toll im Tastingsbruch einfach auch gesehen.
00:16:27: Dass er in Förderunterricht die Lehrerrolle sogar übernehmen musste weil die Lehrkraft sehr disinteressiert reagiert hat als der kleine Jane, die Aufgabe nicht lösen konnte, weil er nunmal nicht Deutsch kann.
00:16:40: Okay wie hat Tassim Behrgert?
00:16:43: Er hat... Also die Lehrkraft hat ja sehr überemotional reagiert, indem sie sehr laut wurde und meinte ey das müsste jetzt irgendwie können.
00:16:52: Ich mache da nicht mehr viel rum.
00:16:54: und er hat dann Tassin quasi den kleinen Jungenschutz genommen und gesagt ey er kann doch dafür gar nichts du hast doch hier die Aufgabe ihn irgendwas beizubringen und hat dann quasi den kleinen Jane in Schutz genommen, weil ich denke dass Tassim sich auch da wiedergefunden hat.
00:17:10: Also die Förderklassen sind ja dementsprechend immer gesonefüllt man filtert ja die Kinder so aus das ist die Förderklassen damit Ausländer-Kindern gefüllt ist, also die Kinder mit demikrantisch gelesen sind.
00:17:25: Aber warum ich jetzt den Begriff ausländerkind aufgenommen habe?
00:17:28: Ist weil das ja Tachsim auch sehr präsent im Buch viel ergibt.
00:17:31: er sagt wir sind die Auslängerkinder wie waren immer die Ausländerkinder und es bedeutet schon darauf als es geht schon darauf hin dass es auch viele Grenzen im Schulwesen gezogen werden.
00:17:43: Das bedeutet, er spielt immer eine Rolle zwischen wir und die anderen.
00:17:48: Wir und die Anderen.
00:17:50: Und dies bedeutet...dies geht dann immer wieder sehr auf diesen Othering-Prozess über.
00:17:55: Die Rolle des Viers und ihres
00:17:58: Finder.
00:17:59: Es gibt
00:18:00: noch sehr viele Punkte, auf die der Autor in seine Buch eingeht.
00:18:06: Zum einen ist es halt auch diese Verantwortung, die er von klein auf
00:18:14: mit
00:18:14: auf seinem
00:18:16: Lebensweg nehmen muss.
00:18:18: Erstens beginnt oder muss er halt mal den Übersetzer spielen.
00:18:23: und das also du hast ja auch in deinem Studium viel pädagogik.
00:18:29: Aber man muss auch differenzieren, dass ich als Grundschullehramstudentin viel mehr Pädagogik habe.
00:18:37: Als zum Beispiel einen Studenten der Sekundarstufe oder eine Asallehramt studiert.
00:18:42: Obwohl ich mir denke Schüler ist Schüler!
00:18:46: Die Pädagorie sollte doch immer da sein.
00:18:49: Das bedeutet nicht nur, weil ich mit jüngeren Schülern arbeite, dass ich da mehr Pädagogik mit einbringen muss.
00:18:56: Ganz und gar nicht!
00:18:57: Ich finde das sollte man auch von einem Realschullehrer, v.a.
00:19:00: Asallehre genau dasselbe erwarten.
00:19:02: Dass er auch die Pädagogik in dem Raum setzt.
00:19:06: Weil Pädagoge bedeutet für mich nun mal das Menschsein.
00:19:10: Man geht auf die menschlichen Bedürfnisse ein.
00:19:15: verhält sich gerade das Kind so?
00:19:17: oder warum?
00:19:18: Verhält sich das Kind gerade disinteressiert im Unterricht.
00:19:20: Warum macht es nicht mit und deswegen sollte man immer wieder, also mit pädagogischen Methoden sein Unterricht so gestalten dass alle herzlich willkommen sind in der Klasse.
00:19:33: Und deswegen ist es ja immer wieder ein Bruch in der Schulbahn, dass Kinder nach der Grundschule auf einmal sich total in einer fremden Welt befinden.
00:19:46: Weil nun mal dieser pädagogische Aspekt sehr tief runterrückt.
00:19:50: Es ist sehr interessant vor allem auch die Grundschullaufbahn gegen früher bei manchen Bundesländern bis zur sechsten Klasse und jetzt im Baden-Württemberg zum Beispiel da.
00:20:05: Das war schon immer so, dass es bis zur vierten gehen.
00:20:09: Genau!
00:20:09: Und auch da merkt man einfach auch das die Kinder vor allem auch ja also alle Kinder nicht gut zurecht
00:20:20: vorbereitet auf
00:20:21: die Oberschule sind.
00:20:23: Ist halt die andere Frage inwiefern oder sind
00:20:27: die Kinder
00:20:28: dann gut vorbereitet?
00:20:30: Das ist natürlich eine andere Frage.
00:20:31: aber...
00:20:32: vor
00:20:32: allem auch in der jetzigen Phase oder ja, seit zwei tausend fünfzehn vielleicht auch.
00:20:40: Oder man bietet nochmal irgendwie so eine Vorschule für die Kinder an, die schon von Anfang an also die Sprache irgendwann noch gar nicht können?
00:20:51: Ja ich finde eine Voreschule brauchte es auch gar nicht.
00:20:54: Ich finde Deutschland sollte mal endlich klarkommen bzw.. Deutschland ist ja jedes Mal sich auch vergleichen mit anderen Ländern.
00:21:02: Vielleicht nehme ich mal den Pisa-Shock auf, also wenn man vom Pisa redet... Der Pisa Shock wurde ja schon im Jahr zweitausend erlebt.
00:21:14: Also nochmal zu erwähnen, Pisa ist quasi.
00:21:19: Da guckt man sich die in jeglichen Fächern, überwieden in Mathe, Deutsch.
00:21:24: In naturwissenschaftlichen Fächern guckt Man sich die Leistungen von Kindern und Schülern und Schülerinnen an – in verschiedenen Ländern!
00:21:32: Und wenn man sich den PISA-Statistik anschaut da ist komischerweise die skandinavischen Länder sind immer Spitzenreiter am meisten Finland immer auf dem ersten Platz Und Deutschland war quasi im Jahr zweitausend sehr, sehr weit hinten.
00:21:50: Anstatt die Fehler im System zu suchen haben sie die Fehler darin entdeckt und haben dann die Aussage aufgestellt ja unsere Leistungsergebnisse sind so schlecht aufgrund von wekantisch gelesenen Kinder.
00:22:06: Aber das war im Jahr
00:22:09: zweitausend.
00:22:09: Jetzt muss man auch natürlich, wenn man die Zeitskader sich anschaut... ...im Jahr zweittausend, das ist die erste Generation gewesen nach der Gastarbeiterbewegung.
00:22:20: Also das waren die Kinder von den Gastarbeitern gewesen, die hier geblieben sind.
00:22:23: Das
00:22:23: waren eigentlich auch die Kinder, die aber auch hier geboren
00:22:28: sind zum Teil?
00:22:28: Ganz genau!
00:22:33: Diesem Jahr haben sich die PISA-Daten trotzdem nicht verbessert, obwohl man muss sich doch jetzt denken.
00:22:41: Also ich meine, jetzt ist schon... Die zweite Generation ist zur Schule gegangen und die dritte Generation ebenso.
00:22:46: Und jetzt befinden wir uns eigentlich fast in der vierten Generation von diesen Gastarbeiterkindern oder einfach auch.
00:22:55: Es sind jetzt nicht nur Gastarbeiter sondern es sind jetzt auch Flüchtlingskinder, wie du gesagt hast.
00:23:00: Die hier aber geboren und aufgewachsen sind, die aber immer noch in derselben Kategorie quasi bewertet werden von den Schulen.
00:23:08: Ich habe darüber tatsächlich eine Hausarbeit geschrieben, eine wissenschaftliche Arbeit Und ich hatte mich einfach nur interessiert Wie läuft das denn in Finnland ab im Bündungssystem?
00:23:16: Warum sind die dann immer so auf Platz eins?
00:23:20: Und ich habe tatsächlich gesehen, dass das Schulsystem komplett anders aufgebaut ist.
00:23:25: Die Kinder werden nicht so wie hier nach der vierten oder nach der sechsten Klasse ausgefüllt hat und dann gesagt okay du bist in die Hauptschule, du in die Real-Schul-Genassie, Genassung sondern... ...die Kinder bleiben neun Jahre lang in einer Klasse zusammen.
00:23:41: Neun Jahre?
00:23:42: Also
00:23:42: von klasse eins bis klasse neun?
00:23:44: Ganz
00:23:45: genau!
00:23:45: Die bleiben in einer klasse zusammen.
00:23:47: Warum?
00:23:48: Die möchten gerne der Mensch ist ein soziales Wesen, sie möchten gerne das soziale vom Mensch stärken hier in dem Sinne.
00:23:55: So und der zweite Aspekt ich sage mal dass der Unterschied
00:23:59: ist
00:23:59: dann noch, dass die Kinder dort die werden nicht benotet nach einem strengen Notensystem sondern sie werden bewertet durch Feedback.
00:24:09: Das heißt... Mündliches
00:24:10: Feedback oder?
00:24:11: Mündliches oder aufschriftliches Feed back.
00:24:15: Also da sind jetzt auch keine So Stemption Sticker, du kriegst halt die zwei oder der andere kriegt drei auf
00:24:25: keinen Fall.
00:24:26: Sondern so ein richtig schriftliches
00:24:29: Feedback und das ist ja genau der Aspekt, der auch im Schulsystem sehr stark untergeht dass einfach diese Feedback-Kultur einfach sehr weit hinten liegt bei uns weil ein Schüler kriegt zum Beispiel jetzt die Note in die Hand Und da steht vielleicht nur ein, so zwei Wörter lernen bisschen mehr oder?
00:24:50: Nächstes Mal wird's besser.
00:24:52: Ja stimmt!
00:24:53: Es motiviert ja eigentlich auch nicht so gut.
00:24:56: Zumal wird es besser.
00:24:57: das hört sich
00:24:57: vielen Motivierende an.
00:25:00: aber wenn man sich vielleicht bis zu mehr mit diesem Kind sich auseinandersetzen würde warum diese Fehler aufgetreten sind oder worandes Kind noch arbeiten kann dann sollte jedes kind eine ausführliches Feedback von der Lehrperson kriegen.
00:25:14: Und da würde jetzt das deutsche Bildungssystem kommen und sagen, so viel Zeit haben wir nicht.
00:25:21: Wir sind bei der individuell
00:25:22: Betreuung.
00:25:23: Genau!
00:25:24: Aber jetzt kommt der beste Aspekt hier im finnischen Bildungs-System.
00:25:30: Finland hat in einer Klasse tatsächlich eine Lehrperson um zwei pädagogische Fachkräfte in einem Klassenzimmer.
00:25:38: Also
00:25:38: das heißt die Kinder werden von allen Ecken unterstützt.
00:25:43: sagen wir mal die Lehrperson ist dann hier quasi zuständig mehr für den Inhalt, für den Unterrichtsstoff und auch natürlich für die Methoden.
00:25:52: Für das Dedaktische aber ähm die pädagogischer Fachkräfte die sind zum Beispiel dazu da.
00:25:59: wenn sie merken dass ein Kind zb jetzt eben diese Sprachbarrieren hat ja oder dieser ich sag mal diese äh es hat Schwierigkeiten mit der Sprache Dann nehmen Sie dieses Kind und fördern dieses Kind individuell, was die Sprache betrifft.
00:26:17: Und man erkennt
00:26:18: nochmal, man guckt noch mal nach ja okay das Kind benötigt einfach gerade Unterstützung bei der Sprache.
00:26:25: aber das Kind ist zum Beispiel super gut in Mathe dann wird es noch mehr in Mathematik auch gefördert weil das finnische Bildungssystem hat ein Slogan jedes Kind kann etwas Ja, stimmt.
00:26:38: Und deswegen es geht leider hier im deutschen Bildungssystem sehr stark unter.
00:26:43: man arbeitet sehr stark nach dem Bildungsplan der leider sehr ich sag mal sehr unrealistisches Zeug rüber gibt was auch nicht zu schaffen das in einer Klassenstufe.
00:26:55: und deswegen ich sage mal so für mich ist das Bildung ist der Bildungs plan hier sehr realitätsfern weil Es hat einfach nicht viel mit dem Leben zu tun, was beziehungsweise es gibt nicht sehr viel mit auf den Weg bei den Schülern das sie quasi dann später auch mal anwenden können oder was auch an ihrer Persönlichkeit sich weiterentwickeln kann.
00:27:22: Wenn du magst machen wir mal einen ganz kurzen
00:27:26: Cut
00:27:28: um danach etwas
00:27:44: detaillierter über das Buch zu sprechen.
00:28:14: Zwei Welten, man!
00:28:18: Fühlst
00:28:30: du das?
00:28:33: Hin und her immer wieder.
00:29:18: Und vor allem wenn ich so diese türkische Gitarre, was sich jetzt Haas nennt
00:29:26: höre
00:29:27: dann ist mir auch eingefallen, wie sich der Herr Tachsing Durgen so auf Social Media präsentiert oder sich zeigt.
00:29:37: Ich sehe
00:29:38: auch öfters
00:29:38: wenn er eine Story von seinem Wohnzimmer aus
00:29:41: filmt
00:29:43: fällt mir dieses eine Gemälde an der Wand
00:29:46: auf, wo du
00:29:48: Angela Merkel zu sehen hast.
00:29:50: Und wer ist da noch dabei?
00:29:51: Der
00:29:51: war auch Drucker und Ahmet Kaya also die Frühstücken zusammen und ich finde es auch total schön das halt auch nebenan die Mutter auch bis hin zu sehen ist, die dann halt eben Chai oder so celliert.
00:30:02: aber ich find' die Figurenkonzernation sehr, sehr interessant.
00:30:05: Die Profi hat erschwebt zwischen der realen Welt, also der jetzigen Welt in Deutschland.
00:30:12: die Kultur, die halt aktuell die er aufnimmt und lässt nicht die andere Kultur.
00:30:18: Die er sozusagen von der Familie aus auf den Weg bekommen hat los wie zum Beispiel auch ja die Mutter.
00:30:25: also seine Mutter hat eine sehr spezielle Rolle in seinem Buch und das fand ich auch sehr emotional.
00:30:35: und du merkst wie sich da zwei Reibungspunkte treffen zwischen Kultur
00:30:42: und Schule.
00:30:46: Wie ist
00:30:46: das bei dir als jemand mit Migrationsbiografie?
00:30:51: Man merkt, dass man innerlich sehr geschmalten ist also man will auch hier irgendwie zugehörig fühlen.
00:31:00: Also man hat diesen Wunsch an Teilhaben und Anerkennung aber man möchte ja trotzdem seine eigenen Wurzeln nicht vergessen.
00:31:07: Man sollte
00:31:08: sie auch nicht vergessen und das tretet auch sehr oft bei mir im Schulwesen auf.
00:31:12: Das erste Mal, als ich mich um eine Klasse vorgestellt habe und allein schon an meinem Namen nachnamen merkt man ja dass ich irgendwie grantisch gelesen bin Als ich gesagt habe, ja.
00:31:24: Ich heiße Frau Orhan und da hab' ich dann direkt die strahlenden Augen von türkischen Kindern gesehen oder halt auch, ähm...ich sag mal südländische Kinder, weil sie haben sich so sehr gefreut dass jetzt nicht mal das ist nicht wieder eine Frau Müller ist oder?
00:31:40: Keine Ahnung!
00:31:42: Die halt eben sind typische Nachnamen, deutsche Nachname und zum ersten Mal einen ausländischen Namen zu hören.
00:31:52: Und da kann man wieder diesen Aspekt von diesem Wir-Gefühl wieder aufgreifen, dass diese Kinder auch innerlich sehr gespalten sind.
00:32:01: Also die haben immer zu kämpfen und das man immer wieder diese Gruppierungen hat... ihr und wir, also die anderen.
00:32:10: Und
00:32:12: das
00:32:12: merkt man auch sehr häufig in der Schule, dass eben Kinder dieselben Wurzeln haben, sag ich mal, die hängen auch zusammen
00:32:22: gerne ab.
00:32:23: Also ist es dann
00:32:24: quasi
00:32:26: so, dass Kinder zum Beispiel eher mit Migrationsbiografie sich noch mehr zugehörig?
00:32:35: oder vielleicht denken sie, sie fühlen sich
00:32:38: sicherer
00:32:40: weil sie halt so handeln und weil sie wissen
00:32:46: du weißt
00:32:47: warum sie so handelt.
00:32:49: Genau!
00:32:50: Du kannst dann
00:32:51: das irgendwie aus kulturellen Aspekten zum Beispiel oder traditionellen Aspekken kannst du dir das viel einfacher auch als Lehrpersonal dann dir erklären als jetzt eine Frau Müller die sich jetzt zb überhaupt nicht mit...ah, weiß ich nicht.
00:33:09: hat zum Beispiel Ramadan.
00:33:14: Wie jetzt, du trinkst auch gar nicht Wasser?
00:33:17: Ich glaube
00:33:18: diese Frage würdest du dir als Lehrpersonal dann schon ersparen?
00:33:21: Na klar!
00:33:23: Weil die Empathie-Nummer hier anders aufgebaut ist... ich verstehe die Kinder weil wir vertreten eben dieser Community, sag' ich mal so und da habe ich mir auch gedacht im Buch es war's ja auch ganz interessant im Erzählkreis als alle von ihren Wochenende erzählt haben Und da hat auch Tassim erzählt,
00:33:40: dass die
00:33:41: zusammen mit der Familie einen Schaf geschlachtet
00:33:45: haben.
00:33:45: Das ist ja nunfalls
00:33:46: dazugehört und da kam ja direkt, ich sag mal, die Reaktion wie jetzt ein Schaf schlachten?
00:33:54: Das geht doch gar nicht!
00:33:55: Das
00:33:55: arme Schaf
00:33:56: und so, obwohl das ist ja wieder... Also dahinter steckt ja wieder ein kultureller Aspekt.
00:34:01: Das sind Interkulturalitäten.
00:34:02: Ganz genau.
00:34:03: Interkulteralität Das vertreten sollte ja eigentlich auch die Bildung bzw.
00:34:12: der Bildungsplan vertretet, dass genau so das man interkulturelle Kompetenzen zwischen den Kindern aufbaut.
00:34:17: Das bedeutet, man erstellt Sprachprofile um einfach den Kindern diese Wertschätzung zu geben.
00:34:24: Ey!
00:34:24: Das ist so toll, dass du eine weitere Sprache jetzt sprichst oder drei Sprachen auf einmal beherrschen kannst.
00:34:30: Genau, dafür darf ich ganz kurz eingreifen.
00:34:35: Ich habe auch sehr viele Freundinnen, die eine Mikrationshintergrund besitzen.
00:34:39: Aber schon wirklich die einen, die Juristen und andere auch Lehrerinnen usw.
00:34:45: Und
00:34:46: sie alle
00:34:47: sagen es wird im Umfeld tatsächlich so empfunden wie wenn das
00:34:52: was ganz
00:34:53: Besonderes wäre, wenn jemand als zweite Sprache Englisch oder Französisch spricht
00:35:00: aber
00:35:00: nicht zum Beispiel jetzt.
00:35:03: Als zweite Sprache sprich ich Türkisch.
00:35:07: Da
00:35:07: findest du einfach nicht dieselbe
00:35:09: Begeisterung
00:35:11: deines Gegenüberstehenden als jetzt.
00:35:14: du sagst
00:35:15: so,
00:35:15: ich spreche eine europäische zweite Sprach.
00:35:18: Das ist halt... Na dann muss man
00:35:20: halt auch nochmal gucken!
00:35:22: Wo liegt so wirklich
00:35:23: tatsächlich das Problem?
00:35:25: oder warum?
00:35:26: Weil ich meine, das eine ist auch
00:35:28: ein anderer Sparer und das andere auch.
00:35:30: Also es sind
00:35:32: zwei unterschiedliche Sprachen!
00:35:34: Zwei
00:35:35: haben anderes Vokabular, andere Grammatik.
00:35:39: in beiden Fällen müsste es ja eigentlich gleich bewertet
00:35:44: werden.
00:35:45: Wir reden hier gerade von Privilegien.
00:35:48: Man hat sogar Einstufungen, wie privilegiert man ist.
00:35:53: Das bedeutet, warum hört sich der Koch viel besser an als zum Beispiel Tamam?
00:36:01: Ja, das hat ja beides dieselbe Bedeutung eigentlich.
00:36:04: Das hat ja eigentlich den selben Zweck!
00:36:07: Aber man merkt halt hier auch diese ganzen Einstufungen... Man spricht auch von privilegierten Sprachen und zu privilegiertem Sprachen gehören
00:36:15: nun mal
00:36:16: halt eben westliche Sprachen.
00:36:18: Sei es halt wie du sagst aus englisch, französisch oder bist direkt hoch begabt wenn du diese Sprache fließen sprechen kannst.
00:36:25: aber wenn man auf dem Schulhof ist um das Kind jetzt anfangen türkisch zu sprechen.
00:36:30: dann sagt man direkt auf dem Schulhof, auf dem Pausenhof wird Deutsch gesprochen.
00:36:35: Aber sowas habe ich noch nie zum Beispiel bei Kindern erlebt die z.B.
00:36:39: jetzt auf einem angefangen haben Französisch zu sprechen oder Englisch zu sprechen ganz und gar nicht.
00:36:43: da kam dann direkt die Aussage Boah du kannst auch eine tolle Zweitsprache
00:36:46: sprechen oder eine Fremdsprache fängt man ja eigentlich auch an oder man gibt da eigentlich auch schon wieder, um die Nachricht im Kind zu sagen auf dem Schulhof zu den Türken, türkischstämmigen zum Beispiel.
00:37:03: Wenn man dann sagt hier wird nur Deutsch
00:37:06: gesprochen
00:37:06: wenn er türkische spricht Auch da beginnt ja dann die Ausgrenzung.
00:37:10: Ganz genau Das ist auch schon Diskriminierung.
00:37:14: Dann würde ich gerne mal so zum Schluss dir noch eine letzte Frage stellen dass bei euch im Umfeld vielleicht der Begriff Integration nicht so oft
00:37:25: vorkommt, aber...
00:37:27: Der Wind weht von Berlin in die Gesellschaft etwas kälter und windiger und eisiger.
00:37:38: Und du merkst oder kriegst halt öfters mit das als Problem ständig die Menschen mit Migrationshintergrund oder die Menschen, die sich nicht integrieren.
00:37:51: Es kommt immer auf dieses selbe Begriff raus.
00:37:54: Das heißt Integration!
00:37:57: Wie ist es dann bei Herrn
00:37:58: Tassim Zürgen?
00:37:59: Also vor allem auch nach seinem Buchwerk... super, super gerne an alle empfehle vor allem auch an Menschen die nicht unbedingt im Umfeld von Leute sind, die einen Migrationshintergrund haben müssen.
00:38:20: Also es ist absolut nicht nur das Thema.
00:38:24: Er geht auch auf
00:38:25: kulturelle
00:38:27: Themen ein und er geht aber auch
00:38:29: auf deutsche
00:38:30: Themen ein.
00:38:30: Und das finde ich halt auch so ganz
00:38:32: positiv.
00:38:33: Ja also mal verbindet ihr mit Integration öfters die Sprache.
00:38:38: Also wer sich integrieren möchte, muss erst mal die Sprache sprechen können.
00:38:42: Und würde ich den Tassim jetzt auf der Straße begegnen und dann würde ich sagen du aber du sprichst ja gut Deutsch!
00:38:50: Und da finde ich es sehr interessant wie Tassi das halt in seinem Buch aufgreift.
00:38:56: man merkt dass Integration ist keine Einwandstraße.
00:39:00: also du fährst ja nicht...also du kannst ja eigentlich so straight alleine in eine Richtung fahren, sondern du brauchst tatsächlich an Straße mit zwei Spuren wo du auch einen Gegenverkehr hast.
00:39:11: Und deswegen möchte ich hier zu einfach Inklusion anknüpfen weil wir sprechen häufig im Bildungssystem, also im Schulwesen, sprechen ja meist von einem inklusiven Unterricht.
00:39:23: das bedeutet vielleicht um die zwei Begrifflichkeiten zu unterscheiden Ich betrachte das gerne wie ein Puzzle.
00:39:30: Also für mich bedeutet Integration, du bist quasi das letzte Puzzleteil und du musst dich den ganzen Bild dich so... also du musst nicht anpassen!
00:39:38: Ja?
00:39:40: Und ja, das ist dann halt eben die Integration dass du dich quasi in eine Gesellschaft dich angepasst hast.
00:39:47: So.
00:39:47: aber Für mich bedeutet Inklusion, was auch ich sage mal einen nachhaltigeren Effekt hat für beide Seiten.
00:39:55: Finde ich dass das Puzzleteil, das Großbild muss sich dann quasi so verschieben sodass du als Puzzle-Teil, als einziges Puzzlteil auch in diese Gesellschaft
00:40:06: reinpasst.
00:40:07: Das bedeutet hier merken wir die gegenseitige Anerkennung einfach Dass man sich adaptiv fühlt.
00:40:17: Mit allen Drumherum meine ich, mit meinen Wurzeln.
00:40:20: Mit meiner Kultur und mit meiner Denkweise.
00:40:23: aber bei der Integration ist es meistens so man gibt einfach alles Man versucht sich in diese Gesellschaft einzugliedern Und wie es auch Tassim auf seine Buchkaber so schön beschrieben hat unser Eingliederungsversuch in einer geschlossenen Gesellschaft.
00:40:37: Also das bedeutet wir möchten uns ja an dieser Gesellschaft uns anpassen Aber wir erwarten ja auch, dass die Gesellschaft das halt einfach nicht einseitig wirkt.
00:40:49: Sondern es ist auf eine Gegenseitigkeit beruht und deswegen ist es für mich wichtig auch im Alltagsunterricht dies den Kindern auch zu vermitteln, dass man sagt hey das eine Flüchtling sind.
00:41:01: Es kennt schon
00:41:02: alle deutschen Feiertage, wo der Feinachten steht an.
00:41:05: Aber ich finde es ist auch umso wichtiger zu wissen dass das deutsche Kind beziehungsweise die anderen Kinder, die nicht so viel über, ich sag mal türkisch damit die Kinder wissen wie läuft's denn bei dir?
00:41:17: Was
00:41:17: hast du für Feiertagen?
00:41:19: Dass man da einfach auf diese Gegenseitigkeit aufgreift, dass man einen inklusiven Unterricht hat weil nur wenn es inklusive ist dann ist auch die Wertschätzung viel höher da und die alle Kinder können auch eine Empathie gegenüber dem anderen immer wieder weiterentwickeln.
00:41:37: Und ich finde, das ist einfach wichtig in unserer Gesellschaft dass wir diese Empathien und Toleranz gegenüber anderen hat.
00:41:43: Ich sage jetzt Anderen ja?
00:41:44: Das ist immer wieder so ein Wortdreher der halt immer wieder auffällt.
00:41:50: aber Man muss eigentlich sagen, wir sind zusammen in einer Gesellschaft.
00:41:54: Deutschland ist ein Einweiterungsland.
00:41:57: Das ist nicht abzustreiten und Deutschland sollte sich dann auch so vorbereiten dass wir zusammen in eine Gesellschaft leben können.
00:42:06: Deswegen finde ich es immer wieder wichtig weil das Bildungssystem ist die erste Institution die Werte und Normen vermittelt Und das ist die erste Aufgabe einer Lehrkraft.
00:42:19: Wenn die Lehrkraft schon nicht diese Werte und Normen in einer Gesellschaft vermittelt, dann ... Ich sag mal so, sie hat einen sehr starken Einfluss auf die Zukunft dieser Kinder.
00:42:31: Auf die zukünftigen Denkweisen von diesen Kindern.
00:42:34: Deswegen bin ich der Meinung dass viel mehr Inklusion im Unterricht sein sollte weil Nur so gehen dann die Kinder mit vollen Taschen raus in die Gesellschaft und präsentieren sich dort und zeigen ihre Position.
00:42:51: Das kann man eigentlich auch ganz einfach machen, mit verschiedenen Methoden, indem man einfach diese Interkulturalität einfach fördert wie zum Beispiel es reicht schon aus dass man nicht nur einen deutschen Kalender aufhängt der einfach die deutsche Verhälttage aufträgt sondern es gibt viele andere Kalender die zb jesidische Feiertage, markiert kurdische feiertage oder halt auch andere gemähtische hinduistische feiertage.
00:43:19: und allein daran merken dann die kinder und können sich dieses gefühl einbringen dass diese welt eigentlich sehr bunt und vielfältig ist.
00:43:27: Und nicht nur von einer sorte sag ich mal anstatt.
00:43:33: Die lara ich
00:43:34: danke dir
00:43:35: genau.
00:43:35: das war
00:43:36: ein sehr produktives gespräch und
00:43:39: lass dich auch
00:43:40: wieder mal bei
00:43:41: uns blicken.
00:43:42: Willst du das ganz kurz hier bewerben?
00:43:45: Vielleicht gibt es den einen oder anderen, der in Ludwigsburg aktiv unterwegs
00:43:52: ist
00:43:52: und sich vielleicht auch mitbeteigen will.
00:43:57: Sehr gerne!
00:43:59: Wir haben ein Instagram-Account andira.ph.lb.
00:44:04: Andira steht by the way für Antirassismus und Diskriminierung.
00:44:11: Wir bieten sehr
00:44:11: coole Veranstaltungen
00:44:12: im Ernst, zudem auch sehr... schöne Workshops, wie zum Beispiel Workshop zum Anti-Schwarzen und was das muss.
00:44:19: Was total auch sehr stark untergeht in der Gesellschaft.
00:44:24: Aber ich finde solche Initiativen sollte es öfters eigentlich an jeder Uni geben weil nun nicht nur bei uns, nur weil wir angehende Lehrkräfte sind und die Pädagogik als Studienprofil hat, finde ich dass
00:44:38: es an jeder
00:44:39: umgegeben sollte, weil Antirassismus und Diskriminierung... ein Alltagsthemen, also da sollte sich jeder sensibilisieren und bewusst machen.
00:44:49: Vielen Dank für die Einladung!
00:44:51: Es hat mir auch sehr Spaß gemacht und empfehle auf jeden Fall das Buch fantastisch zu lesen.
00:44:58: Ich finde es auch sehr interessant, dass er das in seiner ersten Seite gesagt hat.
00:45:05: Also dieses Buch sollten nicht nur die geflüchteten Kinder lesen oder die Mikrakinder lesen sondern es könnten halt auch mal die blauen lesen!
00:45:15: Alles klar dann verabschieden
00:45:17: wir
00:45:17: uns mit
00:45:18: einem
00:45:19: letzten Song.
00:45:20: und
00:45:21: bis dahin ciao.
00:45:50: Was ist das für ein Barsch?
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